
nachstehend eine Mail von Jasper .
.... heute muss ICH mich mal wieder bei Dir melden. Du kannst Dir ja nicht ausmalen, was hier die letzten zwei Tage abgegangen ist…
Frauchen faselte irgendwas von Windhundgeschirr und dann saßen meine beiden Menschen vor dem PC und guckten in die Kiste, diskutierten, guckten mich an, wieder in die Kiste etc. Ich ahnte ja schon was… Gott sei Dank haben sie mich aber am Abend dann doch in Ruhe gelassen.
Gestern früh kam’s dann. Frauchen kam mit meiner geliebten blauen „Wir-holen-in-der-Früh-die-Zeitung-Leine“ – au prima, Freude pur. Doch dann legt sie sie mir völlig falsch an und fädelt auch noch zwischen meinen Beinen herum, so dass ich bald nicht mehr an's Zeitung holen dachte (hatten wir ja außerdem schon gemacht).

Zwischendurch hat sie immer wieder in ihren blöden PC geguckt und schließlich kam sie mit Geschenkbändern an! Ich dachte mich trifft der Schlag: wickelt die mich in so ein Teil ein – will die mich vielleicht herschenken??? Vielleicht sogar im Paket verschicken, weil sie dann auch noch ein Maßband holte und herumgemessen hat?

Mann war das alles nervig! Dann holte sie auch noch den Nähkoffer und kam mit Sicherheitsnadeln an, ab hier wurde es mir wirklich anders. Aber sie verschonte mich und maß und guckte und schnitt und sicherte und blablabla… Dann durfte ich eine kurze Verschnaufpause einlegen.
Nach einiger Zeit musste ich schon wieder herhalten und schau mal, jetzt wird’s ja immer bunter!

Doch diese Weiber sind ja nie zufrieden. Sie schüttelte immer wieder den Kopf und steckte neu und maß und guckte und steckte die Nase in den PC und … NERVTE einfach!
Jetzt nahm sie alles wieder weg, hockte vor ihrer dämlichen Kiste und schrieb, dass ihr die Finger rauchten! Das Telefon klingelte und jetzt wusste ich, dass es um mich ging und wirklich wichtig war: Herrchen erkundigte sich, wie weit sie war. Sie erzählte verzweifelt, dass es nicht so funktioniere mit der Bastelei und sie nun „konventionell“ messen werde – was auch immer das heißt. Sie holte sich im Internet eine Seite über die Anatomie des Hundes her und tastete und drückte und fühlte an mir herum – was nicht unbedingt unangenehm war, wenn nicht immer wieder dieses Maßband dazwischengekommen wäre. Nach ca. zwei Stunden, dem Nervenzusammenbruch nahe, verschwand sie wieder in ihrem Kämmerlein und kam noch mal mit dem Geschenkband, holte aus dem Büro einen Hefter und hatte einen wild entschlossenen Gesichtsausdruck.
Was jetzt kam, will ich gar nicht mehr erzählen, denn sie ließ nicht locker! Über eine Stunde werkte die Frau herum und immer wieder hat sie mich aus meinem Schlaf gerissen und ich musste stillhalten und mich zum Affen machen. Dafür gab es aber auch jedes Mal danach ein Stückchen getrockneten Putenmagen – eine Köstlichkeit sag ich Dir! Da mach ich doch noch öfter Modell.
Ergebnis der ganzen Tortour war dann schließlich ein maßgeschneidertes Windhundgeschirr, das Frauchen am Nachmittag sofort an eine Frau Heisterhagen schickte, die das dann so näht. Verstehe einer die Menschen, das war doch o. k. so mit dem Geschenkband…



Und warum überhaupt er ganze Aufwand?
Ich habe doch schon zwei tolle Geschirre! Ja gut, nur weil ich ihr kürzlich in der Nacht wieder mal herausgeschlüpft bin… Was musste da aber auch dieser dumme Kerl im Dunklen oberhalb der Straße kommen, der dann ruckartig in unsere Straße bog, zeitgleich das Joggen anfing und eine Taschenlampe anmachte. Dann blieb er auch noch gleich wieder stehen und sagt recht dumm mit tiefer Stimme: „Oh, euch habe ich gar nicht gesehen!“ Mann, mann, mann! Du weißt ja, was ich von Taschenlampen und fremden Männern halte! Das war einfach zuviel für mich und ich weiß ja jetzt, wie ich schnell aus meinem Geschirr rauskomme. Keine 15 sec. und ich bin weg! Auch die ganze Engerschnallerei kann mich nicht aufhalten – schließlich ist ein Galgo in mir! Ich will ja nicht weg von Frauchen, ich lasse sie ja auch nicht aus den Augen und komme spätestens nach zwei, drei Minuten wieder. Ich habe doch nur Angst vor den ANDEREN – aber das kapiert sie einfach nicht! Sie faselte irgendetwas von Autos – was will sie, war doch noch nie eins da!
Nun, und eben dieses Windhundgeschirr soll entfesselungssicher sein, weil der hintere Gurt erst nach meinem breiten Brustkorb verschlossen wird und ich mich angeblich nicht nach hinten hinauspellen kann. Mal sehen – ihr kennt Jasper nicht! Zur Not wird’s halt durchgebissen - hoffentlich ist das neue Teil auch so windig wie das Geschenkband, dann ist das nämlich gar kein Problem. Allerdings befürchte ich, dass dies nicht der Fall sein wird, weil Frauchen erzählt hat, dass schon viele Leute sehr zufrieden sind mit diesen Wundergeschirren.
Jasper mit seinem neuen Windhundgeschirr
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